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Menzenberg/Bad
Honnef Freiligrath,
mit dem Simrock trotz verschiedener politischer Einstellung zeitlebens
freundschaftlich verbunden blieb, gibt in einem Brief vom 18.3.1841 eine farbige
Darstellung der Lebensform im Landhaus Simrocks: Ich
kam gerade von Simrocks Weinbergen zurück (...) und war selbst voll Frühlingslust
und Lerchenjubel. Ach, es ist doch ein süperbes Stück Welt, diese prächtige
himmlische Erde, - und nun zumal der Rhein und das Siebengebirge! Ich beneide
Simrath (so nannte Simrock in Anklang an seinen eigenen Namen und an den
Mazeraths) den Redlichen um sein Hausen dran. Da hat er sich in einer sonnigen
Bergschlucht mitten in seine Reben ein Häuschen gebaut, läßt den Wein
schneiden, legt Spargelbeete an, keltert und übersetzt den Parzival, alles
durcheinander, es ist eine wahre Freude. Als ich neulich zu ihm kam, stand er
mit seiner altdeutschen Ruhe mitten unter seinen Arbeitern, hatte den Iwein in
der Hand und ließ Kalk und Dünger in seine neuen Spargelbeete schütten. Beatus
ille etc. -
'S ist ein guter, lieber Kerl, der Simrock!
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Rheinbreitbach Karl
Simrock an Herman Grimm (1828-1901), ältester Sohn von Wilhelm und Dorothea
Grimm, im Jahre 1853: In
diesem Brief wird erwogen, wo die Grimms Sommerquartier beziehen sollen.
Godesberg, Königswinter, Honnef werden mit allen Vor- und Nachteilen
hinsichtlich Lage und Quartier geschildert, dann aber Rheinbreitbach als günstiger
Standort empfohlen. „Ich
weiß allerdings dem Verdachte nicht ganz aus dem Wege zu gehen, diesen Ort
wegen der Nähe von Menzenberg in Vorschlag zu bringen. Aber Honnef liegt uns
doch kaum weiter, und unsere Vorliebe für Breitback beruht auf Vorzügen, die
auch die Ihren anerkennen würden. Es ist sehr viel heimlicher und traulicher
da, das Idyll wird nicht durch feine Staffage gestört, es ist keine Toilette
nöthig,
Gustelchen läuft im Morgenrock auf die Koppel oder auf das Horn und winkt der
Mutter herab, die eben zum Schlaffenster herausguckt . ...Und welch ein
Mittelpunkt ist Breitbach. Wie nahe bei Rolandseck, bei Honnef, bei Unkel."
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Unkel/Rhein Den
Westfalen Freiligrath zog es mächtig an den Rhein, der eben erst von der
Romantik entdeckt, nun immer wieder besungen und vornehmlich von Engländern und
Deutschen in seinen vielfältigen Landschaftsbildern gezeichnet wurde, wobei
Phantasie und Wirklichkeit oft ineinander verschmolzen. Er
war fest entschlossen, das Rheinland in poetischer Weise mit würdig zu
vertreten - und suchte ein Zuhause. „Hab ein Belvedere hart am Rhein, um das
mich ein Fürst beneiden würde", schrieb er alsbald an seine Freunde,
nachdem er das stattliche Haus an der Uferpromenade zur Miete bekommen hatte.
Und schwärmerisch fügte er noch an: „Die Gegend ist ein Paradies, das Nest,
in dem ich wohne, ist so still und einsam, und dabei durch Dampfer, Flöße und
Segler so mitten in der Welt, daß mir ungeheuer wohl darin ist". Er,
der Retter des Rolandsbogens, häufig mit seinem braunen Münsterländer Hund
„Strolch" und dem Pferd „Sultan" unterwegs, fand hier auch die
Liebe seines Lebens. Des
Dichters Jahre in Unkel sollten die glücklichsten, ungebundensten und
sorglosesten seine ganzen Lebens bleiben (werden).
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